Dr. Marcus Faber

Soldaten nicht ohne Personalnot zum Telefondienst beordern!

Nach der Forderung zur Unterstützung bei der Spargelernte sollen nun Soldaten der Bundeswehr für den Telefondienst in die Gesundheitsämter einrücken. "Die Wünsche an unsere Streitkräfte werden immer absurder. Bevor Soldaten nun die Call-Center der Verwaltung unterstützen, sollten im Öffentlichen Dienst die eigenen Personalreserven aktiviert werden." so der liberale Verteidigungspolitiker Marcus Faber. "Die Bundeswehr ist kein Unterstützungsverein, wenn es mal in der öffentlichen Verwaltung eng wird."

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Faber wundert sich: "Heutzutage sind Soldaten keine angelernten Wehrpflichtigen mehr, sondern qualifizierte Spezialisten, die jahrelang für die Auftragserfüllung zur Landes- und Bündnisverteidigung ausgebildet werden. Soldaten sind Fachkräfte! Was sie besonders für Telefoninterviews qualifiziert, ist mir unklar."

"Stattdessen wäre es sinnvoll die Personalreserven aus den anderen Ämtern und Behörden - also Beamte des öffentlichen Dienstes - zuerst heranzuziehen, bevor uniformierte Soldaten in den Gesundheitsbehörden im Inland eingesetzt werden." moniert Faber weiter. "Die Soldaten tragen an allen Ecken und Enden zur Bewältigung der Corona-Krise bei." Tausende Berufssoldaten und Reservisten leisten bereits in den Landeskommandos und besonders im Sanitätsdienst wertvolle Arbeit.

Hintergrund: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte angekündigt, dass Soldatinnen und Soldaten bei der Nachverfolgung von Corona-Infizierten in den Gesundheitsämtern unterstützen könnten. Nun werden unter anderem 100 Soldaten beim Telefondienst in Brandenburg eingesetzt.